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Das Menschenbild

Das Menschenbild

Als personenzentrierte Psychotherapeutin gehe ich davon aus, dass der Mensch ein natürliches Bedürfnis nach Weiterentwicklung und Entfaltung seiner Fähigkeiten hat. In der personenzentrierten Theorie spricht man von der sog. Aktualisierungstendenz, die das Verhalten jedes Menschen konstruktiv steuert. Ist das Verhalten eines Menschen destruktiv oder kann er seine Fähigkeiten nicht voll entfalten, so sind es meistens die Bedingungen im Umfeld, welche die Aktualisierungstendenz behindern.

Im Laufe des Erwachsenwerdens macht der Mensch Erfahrungen. Jede subjektive Erfahrung, ob bewusst oder unbewusst, trägt zur Entstehung des Selbstkonzepts des Individuums bei. Bei einer bewussten Erfahrung spricht man von Symbolisierung, weil ein bestimmtes „Symbol“ für ein Gefühl, für eine Empfindung steht. Auch gibt es sehr viele Erfahrungen, die unbewusst erlebt werden, die keiner bestimmten Person oder keinem bestimmten Gegenstand zugeordnet werden können. Genauso wie die Aktualisierungstendenz dem Menschen lebenslang innewohnt, so sammelt er mit jedem Tag neue Erfahrungen.

Das Selbstkonzept ist das Bild, das jeder Mensch von sich selbst hat. Es entsteht durch die Erfahrungen, die jeder Mensch mit sich selbst und in Interaktion mit der Umwelt macht. Das Selbst ist ein Prozess, es ist nichts festes und starres. Es ändert sich mehr oder weniger stark durch laufende Erfahrung Die Persönlichkeit eines Menschen ist also nie gleich. Einstellungen, Bedürfnisse, Gefühle, Interessen usw. ändern sich im Laufe des Lebens. Diese Veränderung variiert mit dem Lebensalter, der Situation und durch Interaktion mit unserer sozialen Umwelt. Die Aktualisierungstendenz trägt auch ihren Teil zur Entwicklung des Selbst bei. Stimmt das Selbst einer Person mit dessen Erleben überein, d.h. werden die gesammelten Erfahrungen zugelassen und ins Selbst integriert, so spricht man von Kongruenz. Der Mensch ist sich seiner Gefühle und Bedürfnisse bewusst und lebt diese aus. Von Inkongruenz spricht man im personenzentriertem Ansatz hingegen, wenn das Selbst und die Erfahrungen nicht miteinander übereinstimmen, wenn Gefühle und Gedanken bzgl. des Erlebten nicht ins Bewusstsein zugelassen werden. Subjektiv erlebt diese Person, dass mit ihr etwas anderes vorgeht, als sie will. Sie ist inkongruent. Die Person will ein Selbst aktualisieren, das nicht mit der Erfahrung übereinstimmt, weshalb diese abgewehrt werden.

Ein weiterer Aspekt des personenzentrierten Ansatzes ist der des Angewiesenseins auf das Du, die Notwendigkeit eines Gegenüber. Das bedeutet, dass sich der Mensch nur in entsprechenden Beziehungen konstruktiv entwickeln und Fehlentwicklungen korrigieren kann. Carl Rogers spricht bei der wechselseitigen Anerkennung als Person von „personaler Begegnung“, eine wichtige Variable des Therapeutenverhaltens. Doch nicht nur in der Therapie, auch in anderen Lebensbereichen ist diese Beziehung zwischen zwei oder mehreren Menschen von größter Bedeutung für das menschliche Zusammenleben. In „Die Kraft des Guten“ beschreibt Rogers, dass der personenzentrierte Ansatz in Eltern-Kind-Beziehungen ebenso wie in Lehrer-Schüler-Beziehungen, in der öffentlichen Verwaltung, der Politik und in der Partnerschaft Anwendung findet.

Ab den 70ziger Jahren leitete Rogers selbst  „Encountergruppen“, in denen Menschen den Umgang miteinander auf der Grundlage des personenzentrierten Ansatzes lernten. Es wird auch aufgezeigt, dass die sog. Therapeutenmerkmale in der Therapie (Echtheit, Empathie, Wertschätzung) ebenso in jeder anderen Beziehung zwischen Menschen Bestand haben und angewendet werden können.

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Zitat
Der Mensch wird am Du zum Ich

Martin Buber

Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare.

Christian Morgenstern

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Katarina Batinić
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